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Daten-Preisgabe gegen Preisnachlass ist für manche Konsumenten eine Option

Deutsche Konsumenten gehen sparsam mit ihren Daten um. Preisvorteile und Convenience-Aspekte können jedoch Anreize zur Datenpreisgabe bieten.
Daten-Preisgabe gegen Preisnachlass ist für manche Konsumenten eine Option © freepik / rawpixel
 

Das Consumer Barometer von IFH KÖLN und KPMG untersucht neue Technologien am POS und wie diese von Konsumenten angenommen werden – insbesondere mit Blick auf die Freigabe von Kundendaten. Fazit: Deutsche Konsumenten gehen sparsam mit ihren Daten um. Preisvorteile, Convenience-Aspekte oder personalisierte Angebote können jedoch Anreize zur Datenpreisgabe bieten.

Der Einsatz von Technologien am Point-of-Sale (POS) ist für viele Konsumenten bereits im Einkaufsalltag angekommen. Mobile Selbst-/Handscanner an der Kasse sowie die Möglichkeit, Produkte mit dem eigenen Smartphone zu scannen, um weitere Informationen zu erhalten, werden heute von der Mehrheit der Konsumenten genutzt. Das Consumer Barometer von IFH KÖLN und KPMG untersucht in seiner aktuellen Ausgabe, welche neuen und innovativen Technologien darüber hinaus von Konsumenten angenommen werden – und welche nicht. Die Einstellung der Konsumenten zur Freigabe von Kundendaten wird dabei besonders fokussiert.

Kein Mehrwert, keine Daten

Die Gründe, warum Konsumenten bestimmte Technologien (noch) ablehnen, sind vielfältig. Insbesondere die Sorge vor Überwachung des eigenen Konsumverhaltens und der nicht ersichtliche Mehrwert hemmen die Nutzung neuer Technologien unter den befragten Konsumentinnen und Konsumenten. Aber auch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes werden im Durchschnitt über alle analysierten Technologien von 14 Prozent der Befragten genannt. Vor allem digitale Spiegel (sogenannte Smart Mirrors) und abgestimmte Angebote, die während des Einkaufens auf das Smartphone geschickt werden, werden aus Datenschutzgründen abgelehnt. Was müssen Händler bieten, damit Konsumenten Daten preisgeben?

Wunsch nach Transparenz der gesammelten Daten

Generell sind deutsche Konsumenten eher zurückhaltend, was die Weitergabe ihrer Daten angeht – und das, obwohl sie grundsätzlich neue Technologien nutzen möchten. Insbesondere Preisvorteile (48 %), Convenience-Aspekte (33 %) oder personalisierte Angebote (18 %) können dazu führen, dass Kunden die Freigabe der eigenen Daten überdenken. Dabei wünschen sich fast 90 Prozent der Befragten im Gegenzug jedoch einen exakten Nachweis zur Nutzung ihrer Daten sowie eine transparente Aufstellung darüber, welche Daten gesammelt werden. Bei der Implementierung neuer Technologien im stationären Handel ist also vor allem Aufklärungsarbeit in Richtung der Kundschaft gefragt.

Mehrheit der Konsumenten offen für neue Technologien

Lediglich eine Minderheit kann sich die Nutzung neuer Technologien im stationären Handel auch zukünftig nicht vorstellen. Vor allem technologiegestützten Analysen der Passform anhand von Körpermaßen oder digitalen Displays mit weiteren Produktempfehlungen im Geschäft, steht rund ein Viertel der Konsumenten skeptisch gegenüber. Innovativere Technologien, zu denen beispielsweise digitale Wegweiser gehören, die per Smartphone den kürzesten Weg zum gesuchten Produkt zeigen, oder kassenlose Supermärkte haben dennoch Potenzial – wenn auch vor allem unter Heavy-Onlineshoppern* sowie Innovatoren** oder Frühanwendern***.

 

 

* Heavy-Onlineshopper erledigen mehr als 50 Prozent ihrer Einkäufe über das Internet und kaufen mindestens einmal wöchentlich im Internet ein.

** Innovatoren sind die erste Adaptionsgruppe in der Diffusionstheorie des Kommunikationswissenschaftlers Everett Rogers. Sie probieren neue Technologien gerne als erstes aus, noch bevor sie andere Personen nutzen.

*** Frühanwender sind die zweite Adaptionsgruppe nach Rogers. Sie nutzen neue Technologien bereits dann, wenn erst wenige andere Personen diese nutzen.